Nachdem ich meinen alten Blog mal gründlich überarbeitet, sprich gelöscht und durch einen neuen ersetzt, habe, werde ich meine Norwegen-Reise jetzt auf einer Site statt wieder als Blog veröffentlichen. Für alle, die ebenfalls planen mit dem Rad und der Bahn Norwegen zu genießen.Voilà: Es fehlen noch ein paar mehr Bilder. Die kommen noch bei Gelegenheit.
Meine Reiseroute ist etwas chaotisch, da ich kurzfristig noch einmal alles umgeworfen habe. Mir ist 2 Tage vor meiner Abreise nach Finnland ein tolles Angebot von TrekNorway in die Finger gekommen, das ich noch schnell gebucht habe. Somit war ich also 2 mal in Bergen. Aber es hat sich noch als gut herausgestellt, dass ich meine Flüge nicht noch einmal umgebucht habe.
Tag 1:
Heute geht es also los nach Skandinavien. Daher geht es heute von München über Oslo nach Helsinki. Genau 28 Stunden habe ich hier. Also den langen Abend genießen und nach einer kurzen Nacht (ist es überhaupt irgendwann richtig dunkel geworden?) sightseeing. Ich war so früh unterwegs, dass es sogar noch ein bisschen kühl war. Aber das war sehr angenehm um zu Fuß die finnische Hauptstadt zu erkunden. Hafen, Fischmarkt, Regierungsgebäude, die Innenstadt allgemein, Sibelius-Park,…sehr nett. Es gibt hier tatsächlich einen ziemlich großen Laden mit nur Sauna-Zubehör. Willkommen in Finnland
Am Nachmittag ging’s dann weiter Richtung Norden, ab nach Oulu. 5 Tage Meeting am Polarkreis. Hmm…Erst die Arbeit, dann das Vergnügen. Und der Flug ging auch noch genau während dem WM-Spiel Deutschland – Argentinien. Immerhin haben wir es noch geschafft, die letzte Halbzeit und die Verlängerung am Flughafen von Oulu zu schauen. Sie haben den Flughafen doch tatsächlich länger für uns geöffnet gehalten, damit wir weiter vor dem Fernseher Deutschland anfeuern konnten.
2. Tag:
Das ist also Oulu. Soll laut Lonely Planet in den Nächten um Midsommer ein lebhaftes Nachtleben haben. Also gestern Abend haben Martin und ich nichts davon gespürt. Vielleicht heute. Erstmal haben wir beschlossen, und etwas umzusehen. Aber viel gibt es nicht. Nur Mücken. Viele Mücken. Wie können es Leute hier oben nur mit 24 Stunden Dunkelheit aushalten? Kein Wunder, dass Alkohol hier so teuer ist. Immerhin sind wir zu einer Zeit hier, wo es 24 Stunden lang hell ist. Um 2 Uhr Nachts geht die Sonne kurz unter. Naja, teilweise. Ganz verschwindet sie nicht und es ist für eine halbe Stunde leicht dämmrig. Ich habe letzte Nacht deswegen kaum geschlafen. Perfekt um jetzt ein bisschen am Strand in der Sonne zu liegen bevor das Meeting losgeht.
5. Tag:
Geschafft. Das Meeting ist vorbei. Jetzt können die Ferien beginnen. Ich habe mich tatsächlich daran gewöhnt, dass es nicht dunkel wird und kann mittlerweile auch wieder Nachts schlafen. Auch wenn die Nächte trotz Allem kurz waren. Wir mussten ja noch Fussball schauen (Alleine in einer großen Menge für Deutschland sein ist hart. Und dann verlieren die Jungs auch noch…) oder am Hafen sitzen, und dann war es schon wieder 2 Uhr in der Nacht. Einfach zu verwirrend, diese hellen Nächte. Würde ich hier wohnen, müsste ich mir einen Wecker stellen, wann ich ins Bett gehen muss.
6. Tag:
Heute geht’s bin ich den ganzen Tag unterwegs. Oulu-Helsinki-Oslo-Bergen. Ein sehr windiger letzter Flug. Das schöne Wetter der letzten Tage soll wohl vorerst ein Ende haben. Genau jetzt, wo ich für 3 Wochen mit dem Rad und dem Zelt unterwegs sein werde. Aber erstmal habe ich noch 2 Tage in Bergen vor mir. Und ganz ungewöhnlich für Bergen, es scheint die Sonne.
7. -9. Tag:
Bergen. Die Stadt mit den 7 Bergen und den 7 Fjorden. Und den 320 Regentagen. Und ich bin tatsächlich in der glücklichen Lage, dass es erst an meinem letzten Tag hier anfängt zu regnen. So habe ich nicht mal einen dieser Leihregenschirmautomaten benutzen müssen. 320 Regentage…das wäre nichts für mich.

10. Tag:
Es geht los nach Oslo. Mit der Bahn. Die Bahnstrecke von Bergen nach Oslo soll eine der schönsten der Welt sein. Darum habe ich beschlossen, den Weg von Oslo nach Bergen 2 mal zu machen. Mit dem Miniprix-Ticket kostet mich diese 7-Stunden-Fahrt auch gerade mal 15 Euro. Ein Schnäppchen, und das auch noch in Norwegen. Die deutsche Bahn könnte sich hier mal ein Scheibchen abschneiden. Nicht nur beim Preis, auch der Service und die Pünktlichkeit sind faszinierend. Und die Bahnstrecke ist es definitiv wert. Anfangs geht es zwar meist durch Tunnels, doch die Blicke zwischendurch sind genial. Und ab Flam geht es dann bis Oslo nur noch durch wenige Tunnels. In wenigen Tagen werde ich wieder hier sein. Dann aber mit dem Rad. Ich hoffe, das Wetter ist dann etwas besser. Schnee kann ich nicht wirklich gebrauchen auf meiner Tour.
11. Tag:
Nach einer recht kurzen Nacht in Oslo geht es in aller Frühe los. Zurück nach Bergen, aber diesmal mit dem Rad. 620km liegen vor mir.

Obwohl es gerade mal 5 Uhr morgens ist, brennt die Sonne schon wie Mittags. Je weiter ich mich von der Metropole Norwegens entfernte, um so ruhiger wurde der Verkehr. Am späten Nachmittag erreichte ich Drammen wo ich mein Zelt auf einem Campingplatz direkt am Rande des Drammersfjord aufschlug.
12. Tag:
Die Landschaft von Drammen bis Vikersund war recht hügelig. Doch zum Glück gab es keine größeren Steigungen und so kam ich recht schnell zu dem wirklich empfehlenswerten Zeltplatz in Vikersund. Er ist wirklich schön gelegen, gepflegt und sehr liebevoll angelegt.
13. Tag:
Heute stand “Kilometerfressen” auf dem Programm. Auf dem Zeltplatz hatte ich eine Gruppe von 3 Radlern aus Schweden getroffen, die zufälligerweise in die gleiche Richtung unterwegs waren. Sehr schön. In Begleitung anderer war es etwas leichter die müden, brennenden Beine zu verdrängen. Mit reichlich Rückenwind ging es im Windschattenfahren den Kroederen entlang. Obwohl das Wetter ausgesprochen gut und die Straße entlang des Sees recht eben war, waren die Beine dann doch ziemlich hinüber.
In Noresund gaben wir auf und schlugen unser Zelt bereits recht früh am See auf.
14. Tag:
Weiter ging es in angenehmem Juliwetter den See entlang. Nach mehr als 80 km kamen wir in Nesbyen an. Hier wollten wir von der doch recht stark befahrenen 7 abweichen und die westliche Bergkette über kleinere Straßen überwinden. Später wollten wir dann in Geilo wieder auf die 7 stoßen. Die erste Passantin, die wir nach dem Anstieg, dem Verlauf der kleinen Landstraße und eventuellen Campingplätzen ausfragten, entmutigte uns dann doch etwas: “What? You wanna take this way up? By bike? Well… Good luck then…”. Danke für die Glückwünsche, wir schafften es irgendwie nach oben zu einem recht schönen Platz nördlich von Nesbyen.
15. Tag:
Der Tag, an dem der Regen kam. Meine Schwedinnen verließen mich heute, um erstmal 3 Tage wandern zu gehen. So fuhr ich alleine weiter. Nicht mehr weit von Geilo (meinem eingeplanten Tag Erholung) entfernt, war erstmal Schluss mit der Sonne. Die ersten Wolken zogen auf und nach 1 Stunde kühlt mich der Regen ab. Erst angenehm, doch nach 3 Stunden begann ich leise zu fluchen. Warum habe ich nur diese Idee gehabt, alleine mit dem Rad über die Hardangervidda zu radeln? Weil es schön ist. Weil die Gegend unglaublich schön ist. Viel zu schön, um daran schnell mit dem Auto vorbeizurasen ohne Blicke nach links und rechts, nur konzentriert auf den Verkehr und die Strassen. Einige Stunden harten Anstieges später erblickte ich ein lauschiges Plätzchen direkt an einem Gebirgsbach in der Nähe von Tunhovd. Schluss für heute.
16. Tag:
Regen, Regen, Regen, die ganze Nacht über. Vielleicht wären Gummistiefel im Gepäck doch noch gut gewesen? Am nächsten Tag ging meine Route an Bergseen entlang. Regen, Regen, Regen. Kalter Regen und heftiger Westwind. Auf der 40 herrschte nach langer Zeit mal wieder etwas Verkehr. Ich hatte bereits einige anstrengende Steigungen hinter mir, dann ein Schild 12% Steigung .. das 3 Kilometer … und das auch nochbei einsetzendem Schneefall mitten im Juli… und dann kam Geilo endlich in Sichtweite. Nun ja… völlig geschafft, hungrig und vollkommen durchnässst war ich also in Geilo. Heute beschloss ich nicht im Zelt zu schlafen. Ein Tag Jugendherberge, alles trocknen und aufwärmen. Und morgen wäre dann der Plan, etwas die Umgebung von Geilo zu erkunden. Laufen, nur nicht radfahren.
17. Tag:
Das Wetter ist noch schlechter geworden. Gut, dass ich mich für die Jugenherberge entschieden hatte. 10cm Schnee über Nacht. Suuuuper! Aber Richtung Westen sollte das Wetter besser werden. Also Planänderung. Wieder alles zusammenpacken und ab auf’s Rad. Hier begann der wahrscheinlich berühmteste Fahrradweg in Südnorwegen, der Rallarvegen. Längs der Eisenbahntrasse (ja, genau da wo ich letzte Woche entlanggefahren bin) führt ein Feldweg, der ursprünglich zu Versorgungszwecken zur Zeit des Baus der Strecke diente. Er verläuft direkt durch nahezu unberührte Landschaften und einige kleinere Dörfchen. Natur pur also. Eigentlich wollte ich nun den besagten Feldweg vollends vornehmen (bis Flam ) und dann in großem Bogen nach Bergen zurückkehren. Ich erfuhr jedoch, daß ein Großteil des Weges wegen Schnee gesperrt war und so entschloss ich mich, dem Weg einige Kilometer zu bis nach Haugastoel zu folgen. Ehe ich mich versah, war ich von Schneebrettern umgeben und überquerte einen Stausee, auf dem Eisscholen trieben. Die Landschaft war nun absolut karg und es war ziemlich frostig und stürmisch.
Trozdem gehörte dieser Teil zu den eindrucksvollsten Kilometer der gesamten Reiset: Als ich den Kamm des Gebirgszuges endlich überwunden hatte, ging es kilometerlang nur noch bergab und das Wetter war schlagartig wieder Juli-typisch fast 30 Grad wärmer. Vor lag endlich der Hardangerfjord. Geschafft! Die Harddangervidda war überquert. Genug für heute. In Vöringfossen war Feierabend.
18. Tag:
Der Sommer ist zurück. Jippieh! Das macht doch gleich viel mehr Spaß. Ich beschloss den Tag etwas ruhiger anzugehen. Ich hätte heute auch nicht wirklich viel fahren können. Die Kälte, der Sturm und die Steigungen haben mir gestern doch recht zugesetzt. Also beschloss ich, den Vöringsfossen anzusehen. Ein sehr imposanter Wasserfall. Mit etwas Kraxelei über große Felsblöcke und eine eigentlich gesperrte Brücke kann man bis fast direkt zum Wasserfall hinlaufen. Ein perfekter Platz für eine schöne Pause und viele Bilder. Nachmittags ging’s dann weiter bis ins Tal entlang des Fjords bis nach Kinsarvik. Ein Campingplatz direkt am Fjord, fast für mich allein. Norwegen von seiner schönsten Seite.
19. Tag:
Erstmal ging’s mit der Fähre nach Utne, weiter am Fjord entlang bis Jondal und von dort aus wieder mit der Fähre weiter bis Nordheimsund. Sonne, Fjorde, und keine große Steigung. Ja, ich glaube, ich habe Ferien
20. Tag:
Und da waren sie wieder, die Steigungen. Und der Regen…und Bergen. Ich war am Ziel. Hier sollte ich also 1 Nacht verbringen und dann auf eine kleine Gruppe treffen, mit der ich die nächsten 5 Tage durch die Fjorde Norwegens bis nach Alesund fahren sollte. Ich traf die Gruppe schon einen Tag früher. Sie hatten beschlossen, wegen des schlechten Wetters Bergen schon früher zu verlassen. Somit war meine Nacht in der Jugendherberge gestrichen und es ging komfortabel mit einem Minivan durch strömenden Regen weiter Richtung Norden. Meine Mitreisenden für die nächsten 5 Tage waren 1 Australierin in meinem Alter, ihr polnischer Vater und seine neue Freundin. Ein nettes, unkompliziertes Grüppchen. Naja, wie sich herausstellte, kann der der 1. Eindruck täuschen.
21. Tag:
Nach einer Nacht im Zelt beim strömendem Regen (hatte ich schon erwähnt, Gummistiefel wären toll gewesen in meinem Gepäck?) versanken unsere Zelte fast im aufgeweichten Boden. Ab diesem Zeitpunkt war Schluss mit unkompliziert. Die beiden älteren Mitreisenden waren ab jetzt nur noch am Nörgeln und Jammern und nichts hat mehr gepasst. Kasja, Björn (unser Guide) und ich hatten uns das etwas anders vorgestellt. Aber zum Glück nutzten die beiden jede freie Minute im Van zum schlafen, so dass wir verbliebenen 3 eine wirklich lustige Zeit hatten von Voss aus mit der Flamsbana nach Flam hochzufahren und runterzulaufen, nachdem wir zvor den Schiffweg über den Aurlandsfjord und den Naeroyfjord genommen hatten.
22. Tag:
Wieder Genörgel über den Regen und das Zelten allgemein. Hmm, also wenn ich eine Tour buche, bei der steht, dass man im Zelt übernachtet, dann bedeutet das wohl, dass man im Zelt übernachtet. Oder versteh ich da was falsch? Und wenn da Winterschlafsack steht, in Norwegen, dann…geeeenau. Kasja und ich haben nicht gefroren, das Zelt war weiterhin schön dicht, an die hellen Nächte hatte ich mich ja bereits gewöhnt und an den Regen gewöhnte ich mich auch so langsam. Unsre Reise ging heute weiter nach durch das Sogndal und den längsten Tunnel Norwegens (wow mit Lichtshow) nach Olden. Von dort aus (ab der Fjellstove) sind es noch rund 50 – 60 Minuten Marsch bis zur Gletscherzunge des Briksdalsbreen, dem größten Nebenarm des Jostedalsbreen. Früher konnte man ab der Fjellstove bis zum oberen Parkplatz mit den einachsigen Kutschen ( “stolkjerre” ) fahren, die von braunen Fjordingern gezogen wurden. Im unserem technischen Zeitalter war es leider nur eine Frage der Zeit, wann man auf motorbetriebene Gefährte umstieg, sogenannte trollbilar ( Troll-Autos ) ein, die in dieser herrlichen Landschaft etwas fehl am Platz wirken. Und vor Allem waren sie voll von knipsenden, schreienden Japanern. Was für ein Kontrast zu den ruhigen letzten Wochen. Wir sind dann lieber mal gelaufen und haben auch noch beschlossen über den unteren Teil der Gletscherzunge zu laufen. Natürlich nur mit Guide und passender Ausrüstung.

Die Nacht verbrachten wir an dem wohl schönsten Campingplatz meiner Reise. Direkt an einem kleinen See, dessen Wasser so türkis war, dass man es fast nicht für echt halten kann. Und sobald das Zelt aufgebaut war, kam dann auch die Sonne…

23. Tag:
Heute ging es um den Jostedalsbreen herum über das Sommerskigebiet Stryn auf den Dalsnibba mit dem genialen Ausblick über den wohl schönsten Fjord Norwegens. Naja, als das ist er bekannt und für das gehört der Geirangerfjord auch zum UNESCO Welterbe. Und es ist auch wahr. Oder lag es einfach nur daran, dass endlich die Sonne wieder kam? Wir beschlossen heute mal ganz Touri zu sein und nachdem die Zelte aufgetsllt waren machten wir eine Schiffahrt auf dem Fjord bis zu seiner Einmündung in den Nordfjord, vorbei an den 7 sisters Wasserfällen. Schon faszinierend, wenn man da an den steilen Wänden hochschaut und die abgelegenen Bergbauernhöfe sieht. Und wenn man bedenkt, dass Geiranger bis vor wenigen Jahren nur in den Sommermonaten auf dem Landweg erreichbar war, weil die Strasse über Dalsnibba mehr als ein halbes Jahr wegen Schnee gesperrt ist. Wir beschlossen unterhalb von Skageflå auszusteigen und die steilen Stufen bis zu dem Bauernhof hinaufzusteigen um dann zurück nach Geiranger zu laufen. Kasja und ich brauchten einfach Ruhe vor dem Genörgel und es lohnte sich. Nicht nur der Ruhe wegen, die Aussicht über den Fjord und die Wasserfälle ist einmalig.
24. Tag:
Heut wurde ich bereits extrem früh geweckt. Die MS Deutschland und die Queen Mary II waren gleichzeitig Nachts um 4 in Geiranger eingefahren. Nach lautem Tuten und bei hellstem Sonnenschein war ich natürlich wach und konnte beim besten Willen nicht mehr schlafen. Kasja ging es genauso und wir beschlossen, uns ein Kajak zu nehmen und die morgentliche Ruhe auf dem Fjord zu genießen. Oh war das schön.
Kurz bevor wir losfuhren kam auch noch ein Schiff der Hurtigruten in den Fjord. Ich bin begeistert, wie diese Schiffe bei egal welchem Wetter wirklich pünktlicher als die deutsche Bahn anlegen. Also wenn ich mal groß bin, dann fahr ich auf der Hurtigrute zum Nordkap. Fest vermerkt auf meiner to-do-Liste
Oh eine amüsante Geschichte nebenbei: während wir der Polar Lyss (von der Hurtigrute) zusahen beim anlegen war auch eine Gruppe Japaner am filmen und fotografieren und herumschreien. Aber nicht wegen der Hurtigrute. NEIN, weit gefehlt. Sie filmten sich gegenseitig, wie sie auf das öffentliche Klo am Hafen gingen. Ja…Dinge, die begeistern
Mittags brachen wir auf über den Trollstigen nach Alesund. Dem Ende unserer kleinen Reise. Ein nettes kleines Städtchen und was sahen wir da? Die Polar Lyss. Ja, eigentlich hätte ich da auch früher drandenken müssen, dass ich ja mein Ticket für dieses Schiff gebucht hatte. Naja, blond halt… Also verabschiedete ich mich und ging an Bord der Polar Lyss um über Nacht (naja, ich war ja wieder soweit im Norden, dass es überhaupt nicht dunkel wurde) nach Trondheim zu fahren.

25. Tag:
Trondheim. Was für eine nette Stadt. Hier könnte ich es aushalten. Zumindest im Sommer. Wenn ich mir aber die Bilder von der Winterdämmerung ansehe…2 Monate kein Sonnenlicht…Kein Wunder, dass die hier den 1. Sonnenstrahl feiern wie Weihnachten und Ostern zusammen

26. Tag:
Mit dem Zug ging’s über Nacht zurück nach Oslo. Wieder einmal miniprix für 15 Euro, inklusive Rad und Schlafsessel, Decke, Oropax und Augenklappen. Wow! Und jetzt bin ich im hochsommerlich heißen Oslo. Was für ein Unterschied zum ruhigen Norden. Aber die Stadt gefällt mir. Meer und Berge innerhalb der gleichen Stadt. Mit der U-Bahn zum skifahren, wie cool ist das denn?
Und Abends ist meine Gore-Jacke und mein iPod weg. Geklaut aus der Jugendherberge. Ja suuuuuper! Jetzt habe ich Angst um meinen Foto, mein Rad und alles, was ich dabei habe.
27. Tag:
Den Vormittag habe ich mich erstmal bei der Polizei rumgeärgert. Schwedisch-Deutsch-Englisch-Norwegisch-Mischmasch. Hmm, ja, sie tun, was sie können. Sprich: nicht viel. Ich hoffe, das Wetter bleibt so schön. Immerhin habe ich ja noch eine Tour auf den Preikestolen vor mir. Trotzdem lasse ich mir die Stimmung nicht zu sehr vermiesen und genieße am Nachmittag sightseeing. Nobel-Museum, Hafen, Schloss, Vigelandpark. Nachmittags sitze ich im Vigelandpark, da laden mich doch spontan 4 Norweger zum BBQ ein. Da sag ich nicht nein. Postdoc hier? Oh verdammt, warum denke ich schon wieder an die Arbeit?
28. Tag:
Sightseeing Oslo. Holmenkollen. Sag mal, wie verrückt muss man eigentlich sein, sich von so einer Schanze zu “stürzen”? Ich bin immer noch begeistert von der Stadt. Ich genieße den restlichen Nachmittag in der Sonne bevor ich mich auf den Weg zum Bahnhof mache, mit all meinem Gepäck.
29. Tag:
Über Nacht bin ich nach Stavanger gefahren. Mit der Bahn. Klar. Ich liebe Bahnfahren in Norwegen. Noch schläft alles, als ich vom Bahnhof (wo ich mein gesamtes Gepäck im Schließfach verstaue) zur Fähre nach Tau laufe. Und es ist noch angenehm kühl auf dem Meer und auch der Weg von Tau zur Preikestolen hytta ist noch relativ angenehm mit dem Rad. In der Jugendherberge dort kann ich netterweise mein Rad parken. Ich bin vorsichtig geworden. Und los geht es auf den Preikestolen. Leider ist die Hitze extrem heute. 32 Grad im Schatten und 1 1/2 Stunden steil bergauf über Felsen und Schotter. Als ich oben auf dem Preikestolen stehe bin ich fix und fertig und genieße den kühlen (naja, kühleren) Wind vom Lysefjord. Wahnsinn. Hmm, ob ich mich trau, die Füße über die Kante baumeln zu lassen? Ja! So ein Foto muss sein
Der Rückweg ist angenehmer. In Tau angekommen bade ich im eiskalten Wasser. Aber mir ist so heiß, dass ich erst nach einiger Zeit merke wie eiskalt das Wasser ist. Zeit zum Nachtzug zu gehen und zum Flughafen Oslo zu fahren. Schade, dass ich in Oslo etwas Zeit verloren habe. Eigentlich wollte ich einen Tag früher nach Stavanger und noch zum Kjerag Bolten radeln. Nächstes Mal…
30. Tag:
Es geht wieder heim. Nach München und dann weiter nach Freiburg. Schade…


